Die ersten Frühlingsboten 2026

Winterlinge und Schneeglöckchen kündigen den Frühling an.

Hallo aus Amberg!

Jetzt geht es los: die ersten Schneeglöckchen und ein paar mutige Winterlinge, die sich durch die Erde geschoben haben. Mitten in Amberg, Anfang Februar 2026 – der Winter hat noch gar nicht richtig aufgegeben, und trotzdem recken diese kleinen Tapferen schon ihre Köpfe in die Höhe.


Die allerersten Vorboten – wer kommt wann?

In milden Wintern (und die hatten wir in den letzten Jahren öfter) zeigen sich die Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) manchmal schon Ende Januar. Normalerweise ist aber Anfang bis Mitte Februar die klassische Zeit, in der sie in Bayern massenhaft auftauchen. Genau jetzt, wo die Tage spürbar länger werden und die Sonne etwas mehr Kraft hat.

Kurz davor oder fast gleichzeitig erscheinen die Winterlinge (Eranthis hyemalis). Ihre leuchtend gelben Blüten sind wie kleine Sonnen auf dem noch braunen oder leicht schneebestäubten Boden. Besonders schön: Wenn beide zusammen blühen – das zarte Weiß neben dem intensiven Goldgelb – entsteht ein Kontrast, der jeden Vorfrühlingstraum erfüllt.

Schneeglöckchen – die zarten weißen Glocken

Das Schneeglöckchen braucht eigentlich keinen großen Namen: Man erkennt es sofort. Die hängenden, weißen Blüten mit den kleinen grünen Punkten oder Streifen an den inneren Blütenblättern sind unverkennbar. Sie wirken zerbrechlich – und sind es doch nicht. Selbst durch eine dünne Schneeschicht bohren sie sich hindurch, wenn der Boden darunter nicht steinhart gefroren ist.

Wusstest Du, dass Schneeglöckchen giftig sind? Die Zwiebeln enthalten Alkaloide, die bei Verzehr Übelkeit auslösen können. Aber keine Sorge: Kein Kind isst freiwillig Schneeglöckchen-Zwiebeln, und für den normalen Gartenbesuch ist das kein Thema.

Am liebsten mögen Schneeglöckchen halbschattige Plätze unter Laubbäumen oder Sträuchern. Dort verwildern sie oft von ganz allein und bilden mit den Jahren große Teppiche – ein echtes Geschenk für jeden, der Geduld hat.

Winterlinge – kleine gelbe Sonnen

Der Winterling ist noch ein bisschen extremer. Sein Name sagt schon alles: Er blüht, wenn der Winter noch da ist. Die leuchtend gelben, sternförmigen Blüten öffnen sich nur bei Sonnenschein richtig weit – an trüben Tagen bleiben sie geschlossen und sparen Energie.

Im Gegensatz zum Schneeglöckchen gehört der Winterling botanisch zu den Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae). Die Pflanze ist niedrig (nur 5–15 cm), bildet aber mit der Zeit dichte Bestände. Besonders hübsch sieht er aus, wenn er mit Schneeglöckchen zusammen wächst: Gelb und Weiß – wie Ostereier im Vorfrühling.

Auch Winterlinge sind leicht giftig, ziehen aber trotzdem die ersten Bienen und Fliegen an. Die Blüten bieten reichlich Pollen und Nektar – genau das, was die ersten Insekten jetzt dringend brauchen.

Warum blühen sie so früh?

Beide Pflanzen sind Geophyten – sie überdauern unter der Erde in Zwiebeln oder Knollen. Dort haben sie schon im vergangenen Jahr Nährstoffe eingelagert. Sobald die Bodentemperatur nur wenige Grad über null liegt und die Tage länger werden, starten sie durch. Blätter und Blüten kommen extrem schnell – oft in nur wenigen Tagen.

Das Ziel ist klar: Blühen und bestäuben, bevor die großen Bäume austreiben und alles Licht wegschnappen. Ein genialer evolutionärer Trick.

Mein kleiner Tipp für Amberg und Umgebung

Wenn du jetzt schon die ersten Exemplare siehst, dann gratuliere – du hast ein gutes Auge! Die milden Tage Anfang Februar 2026 haben viele von uns überrascht. Schau mal in Parks, an Waldrändern, in alten Gärten oder unter Hecken – dort tauchen sie meist zuerst auf.

Und falls du selbst welche pflanzen möchtest: Jetzt im Frühjahr kann man die grünen „im Moos“ verkauften Exemplare (oft mit Wurzelballen) noch setzen. Im Herbst kommen dann die klassischen Trockenzwiebeln dran.

Für mich ist es jedes Jahr wieder ein kleines Wunder: Aus dem kalten, grauen Februar-Boden kommen plötzlich Farbe und Hoffnung. Die ersten Schneeglöckchen und Winterlinge sind nicht nur hübsch – sie sind ein Versprechen.

Der Frühling kommt. Ganz sicher. Und in Amberg hat er schon angeklopft.

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