Kleine Erdbebenserie südlich von München

In den sozialen Medien sorgte in den letzten Tagen ein Beitrag für Aufsehen: Seit Freitagabend, dem 6. Februar 2026, läuft südlich von München eine Erdbebenserie. Insgesamt wurden bis Sonntag 131 Erdbeben registriert – und das in nur wenigen Tagen. Besonders in den Abend- und Nachtstunden nahm die Aktivität teilweise wieder zu. Doch bevor Panik aufkommt: Alle diese Beben bewegen sich im extrem schwachen Bereich und sind für Menschen nicht spürbar.

Die Fakten zur Serie

  • Start: Freitagabend, 6. Februar 2026

  • Anzahl: Mindestens 131 registrierte Ereignisse (Stand der Meldungen vom Wochenende)

  • Stärkste Beben: Magnitude 0,9 (u. a. eines um 20:06 Uhr und eines um 3:29 Uhr Ortszeit)

  • Vermutetes Epizentrum: Raum Oberhaching / Unterhaching (südlich von München)

  • Tiefe: Sehr gering (typisch für sogenannte induzierte Erdbeben)

Die Daten stammen vor allem aus schnellen Auswertungen von Erdbebennews und werden über Accounts wie „Erdbeben in Deutschland“ auf Facebook und Instagram geteilt. Offizielle Stellen wie der Erdbebendienst Bayern (erdbeben-in-bayern.de) listen diese winzigen Mikrobeben (< Magnitude 1,0) oft nicht einzeln, da sie nur in dichten lokalen Messnetzen erfasst werden – genau solchen Netzen, die speziell für Geothermie-Überwachung installiert sind.

Warum gerade dort? – Der Geothermie-Zusammenhang

Der entscheidende Hinweis liegt in der geringen Herdtiefe der Beben. Fachleute und Seismologen sehen darin einen klaren Zusammenhang mit einer Tiefengeothermie-Anlage in der Region Unterhaching/Oberhaching.

In diesem Gebiet wird seit Jahren erfolgreich tiefe Geothermie genutzt: Heißes Tiefenwasser wird angezapft, um Fernwärme zu erzeugen und Strom zu produzieren. Dabei wird Wasser unter Druck in den Untergrund injiziert oder entzogen – ein Vorgang, der kleine induzierte Erdbeben (auch „anthropogene Seismizität“ genannt) auslösen kann.

Ähnliche Mikrobeben-Serien gab es in der Vergangenheit bereits in Unterhaching, Grünwald, Pullach oder Holzkirchen. Meist bleiben sie bei Magnituden weit unter 1,0 und sind nur für hoch sensible Seismometer sichtbar.

Spürbar? Gefährlich? – Fehlanzeige

Entscheidend für die Bewertung ist die Wahrnehmungsschwelle:

  • Induzierte Beben in der Münchner Region werden in der Regel erst ab etwa Magnitude 1,5 leicht spürbar (als leises Rumpeln oder Vibration).

  • Alles darunter bleibt im Bereich der Mikroseismik – messbar, aber für Menschen unhörbar und unfühlbar.

Bislang gibt es keine Meldungen über spürbare Erschütterungen, geschweige denn Schäden. Die Serie ist also – trotz der beeindruckenden Zahl von über 130 Ereignissen – harmlos.

Wie geht es weiter?

Spezialisierte Accounts und Seismologen behalten die Entwicklung genau im Auge. Solche Serien klingen meist nach einigen Tagen oder einer Woche wieder ab, sobald die Injektions- oder Förderparameter angepasst werden.

Wer selbst etwas bemerkt (egal ob Rumpeln, Vibrationen oder ungewöhnliche Geräusche), kann das übrigens direkt beim Erdbebendienst Bayern melden – Bürgermeldungen helfen, die Datenlage zu verbessern.

Die Erdbebenserie südlich von München ist ein typisches Beispiel dafür, wie erfolgreiche Energiewende und minimal spürbare Nebenwirkungen zusammenpassen können. Tiefengeothermie liefert erneuerbare, CO₂-arme Wärme für Tausende Haushalte – und sorgt dabei gelegentlich für Mikrobeben, die niemanden stören, aber die Wissenschaft genau studiert.

Aktuelle Infos findest du hier:

  • Offiziell: erdbeben-in-bayern.de

  • Schnelle Updates: Facebook/Instagram-Seiten wie „Erdbeben in Deutschland“ oder „erdbebendeutschland“

Bleib ruhig – in München und Umgebung ist seismisch weiterhin (fast) alles im grünen Bereich.

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