Valentinstag: Die größte Liebeslüge seit Adam & Eva
Wer hat den Scheiß eigentlich erfunden und warum zwingt man uns, ihn zu feiern? Liebe Leser*innen, Singles, Paare im Krisenmodus und alle, die gerade verzweifelt nach dem letzten roten Rosenstrauß googeln: Setzt euch hin.
Heute wird aufgeräumt. Zwar etwas spät - weil jetzt Abend ist, aber immerhin.
Wer hat Valentinstag „erfunden“? Kurze Antwort: Niemand. Lange Antwort: Eine wilde Mischung aus toten Römern, einem wahrscheinlich erfundenen Märtyrer und einem mittelalterlichen Dichter, der Vögeln beim Dating zugeschaut hat.
Die Story beginnt im antiken Rom mit dem fruchtbarkeitsgeilen Lupercalia-Fest (15. Februar) – nackte Kerle rennen durch die Stadt, peitschen Frauen mit Ziegenleder aus (angeblich für Fruchtbarkeit), Blut und Geilheit überall. Romantisch, oder? Die Kirche fand das dann irgendwann peinlich und hat 496 n. Chr. Papst Gelasius I. gesagt: „Ey, lasst uns stattdessen diesen Heiligen Valentin feiern.“ Welcher genau? Keine Ahnung. Es gibt mindestens zwei oder drei Valentins, die um 270 n. Chr. geköpft wurden – einer soll heimlich Soldaten getraut haben, weil Kaiser Claudius meinte, verheiratete Männer kämpfen scheiße. Süß. Beweise? Fehlanzeige. Die meisten Historiker sagen heute: Die ganze Legende ist später dazugedichtet. Der echte „Erfinder“ des romantischen Valentinstags ist wahrscheinlich Geoffrey Chaucer (ca. 1380). Der Typ schreibt in „The Parliament of Fowls“, dass Vögel am St. Valentine’s Day ihre Partner wählen. Boom – plötzlich ist der 14. Februar der Tag der Liebe. Danke, Geoff. Du Arsch.
Und warum dieser ganze Krampf heute? Weil Liebe in den letzten 200 Jahren zur Ware wurde. Im 19. Jahrhundert fingen die ersten Massen-Produzenten an, kitschige Karten zu drucken. Esther Howland, die „Mutter der amerikanischen Valentine“, hat 1840er-Jahre mit Spitzenkarten ein Vermögen gemacht. Heute? 25–30 Milliarden Dollar Umsatz allein in den USA. Rosen +300 %, Pralinen +400 %, Restaurants mit „Valentins-Menü“ für 89 € pro Nase. Alles nur, damit du beweist, dass du „genug liebst“.
Und wehe, du machst nix – dann bist du der gefühllose Klotz. Wehe, du machst zu wenig – dann liebst du nicht richtig. Wehe, du machst zu viel – dann bist du verzweifelt. Der Valentinstag ist der ultimative Gaslighting-Feiertag: „Liebe ist nicht genug, du musst sie KAUFEN.“ Singles? Traurige Gestalten. Paare? Unter Druck gesetzt. Alle zusammen? Konsumierende Zombies mit Schuldgefühlen.
Fazit in einem Satz: Valentinstag ist ein uralter heidnischer Fruchtbarkeitsrausch, der von der Kirche geklaut, von einem Dichter romantisisiert und von der Werbeindustrie zur perfekten Schuld-und-Konsum-Maschine umgebaut wurde.
Wenn du heute wirklich jemanden liebst: Sag’s ihm. Schick ’ne Nachricht. Koch was. Fick den Kommerz. Oder lass es einfach bleiben – weil echte Liebe keinen verdammten 14. Februar braucht, um sich zu beweisen.
Hier ein paar Bilder zum teilen wenn Du den Firlefanz auch kotzig findest :)