Ein sonniger März-Tag im Spatenbräufilz

Stille, Sonne und Moormagie. Heute, Mitte März 2026, hat die Wetter-App wieder mal danebengelegen. Statt Regen und Grau: strahlender Sonnenschein, fast windstill und eine Ruhe, die man in der Nähe von München kaum noch findet. Ich bin raus ins Spatenbräufilz bei Egling/Thanning gewandert – genauer gesagt zum Mooshamer Weiher. Und was soll ich sagen: Es war fast menschenleer. Keine Massen an Spaziergängern, keine lauten Gruppen, nur ab und zu ein paar Vögel und das leise Plätschern des Mooshamer Bachs. Perfekt.

Der Mooshamer Weiher liegt wie ein versteckter Schatz am Rand des renaturierten Hochmoors. Schilf umrahmt das Wasser und die Sonne spiegelt sich so golden, dass man fast vergisst, dass man nur 40 Minuten von München entfernt ist. Von Thanning aus ist der klassische Loop super machbar: Über die Thanninger Weiher (die kleinen, idyllischen Teiche nördlich), dann durch Feuchtwiesen und ins Moor rein – und irgendwann steht man einfach da und schaut auf den Mooshamer Weiher. Heute war der Weg noch etwas matschig von den letzten Wochen, aber genau das macht den Charme aus: Man spürt, dass das hier lebendig ist.

Was ist das Spatenbräufilz eigentlich?

Das Spatenbräufilz ist ein rund 21 Hektar großes Stück ehemaliges Hochmoor in der Tölzer Moorachse – einer Kette aus Mooren, die sich vom Kochelsee fast bis vor Münchens Tore zieht. Der Name kommt nicht von ungefähr: Bis 1886 gehörte das Moor der Spaten-Brauerei aus München. Die haben dort Torf abbauen lassen – wahrscheinlich als günstigen Brennstoff für die Sudkessel. Später (ab ca. 1930) ging die Entwässerung und der Torfabbau richtig los, bis in die 1960er-Jahre. Danach lag vieles trocken, verbuscht und teilweise aufgeforstet – das typische Schicksal vieler bayerischer Moore.

Mitte der 1990er (genau ab 1995) hat der LBV (Landesbund für Vogelschutz) das Ruder rumgerissen. Zusammen mit der Gemeinde Egling, der Regierung von Oberbayern und privaten Eigentümern wurde renaturiert: Entwässerungsgräben zugeschüttet, verbuschte Flächen (über 3,5 ha!) von Fichten, Kiefern und Birken befreit, Wiedervernässung betrieben. Heute ist ein Teil sogar FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat „Moore zwischen Dietramszell und Deining“) und bayernweit relevant, weil Hochmoor-Reste, Streuwiesen und der Mooshamer Bach so schön zusammenkommen.

Warum Moore so wichtig sind

Moore sind nicht nur schön – sie sind Klimaretter. Sie speichern riesige Mengen Kohlenstoff (mehr als Wälder pro Fläche), puffern Hochwasser, filtern Wasser und sind Hotspots für seltene Arten: Sonnentau, Wollgras, Moosbeere, Kreuzottern, Moorfrosch, diverse Libellen und Vögel wie Bekassine oder Kranich auf Durchzug. Im Spatenbräufilz sieht man das gut: Die kleinen Gräben halten jetzt wieder Wasser, die Vegetation erholt sich, und die Pflege mit Moorschnucken (den putzigen Heidschnucken) verhindert, dass alles zuwächst.

Selber gesehen habe ich heute nur einen Fuchs und Schwan und dergleichen. Von Moorschnucken war nichts zu sehen und der Biber ist jedenfalls fleissig.

Heute war's ein perfektes Beispiel, warum solche Orte geschützt werden: Absolute Stille, Sonne auf der Haut, der Geruch nach feuchter Erde und Moos – und das Gefühl, dass hier etwas Wertvolles gerettet wird. Wenn die Regenvorhersage lügt und stattdessen so ein Tag rauskommt, dann ist das wie ein kleiner Bonus vom Universum.

Hier Bilder von heute aus dem Gebiet. Viel Spass beim anschauen und schönen Samstag noch :)

Hier noch kurz im Video

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Bilder aus der Stadt